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Friedliche Zeichen für Demokratie (24.9.)

Was ist Freiheit? Das Gefühl, einer einengenden Situation entronnen zu sein, einem totalitären Staat, einer Gefängnishaft – was auch immer, ja, das ist es, was sich die meisten Menschen wahrscheinlich unter dem Begriff vorstellen. Was es noch sein kann und was es sein sollte, in einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft, damit haben sich die Mitglieder vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ im letzten Jahr beschäftigt.

Und mit weit mehr noch. Ergebnis ist ein gemeinsames Fest – für die Demokratie! Das „Demokratiefest“. Im Rahmen der interkulturellen Woche wird am 1. Oktober auf dem Alten Markt die Demokratie gefeiert. Mit Live-Musik und Aktionen von verschiedenen Gruppen und Initiativen, Ständen und einer Podiumsdiskussion.
So unterschiedlich sie vielleicht auch sein mögen, aber seit fast einem Jahr sitzen die Mitglieder des Aktions-Bündnisses regelmäßig um einen großen runden Tisch im Rathaus herum. Einen sehr großen, wie es scheint: Die demokratischen Fraktionen und Gruppen der Stralsunder Bürgerschaft, die Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen, der DGB, KOWA m-V, die Gemeinde St. Nikolai, das Regionalzentrum für demokratische Kultur, die JuLis, die Jusos und die Junge Union. Angefangen hatte alles mit einer wirklich spontanen Aktion. Am 24. Oktober des letzten Jahres hatten Nazis polemisch an die Opfer der Bombenabwürfe auf Stralsund im Jahr 1944 erinnern wollen. Die NPD ging auf Bauernfang, weil Anhänger der geschichtsverfälschenden Theorie, die Deutschen hätten den Krieg verloren nicht gleich Neo-Nazis sein müssen, aber immerhin doch auf dem besten Wege dahin sein könnten.
Der Stadt, dem Oberbürgermeister, waren juristisch die Hände gebunden. Aber in der Nikolai-Kirche fanden sich die Anderen in großer Zahl ein. Die an Demokratie glauben, an Toleranz, an historische Wahrheit und an Freiheit. Eine Andacht für die Opfer des zweiten Weltkrieges in Stralsund war es, aber als erklärte Gegendemo zu dem pseudobetroffenen Aufmarsch am Neuen Markt. Mit der Kranzniederlegung an der Gedenkplatte in der Ossenreyerstraße setzten sie ein gemeinsames friedliches Zeichen gegen Rechts und für Demokratie. Und beschlossen, weiterhin zusammen zu arbeiten. Nicht erst, wenn es ernst wird und man aktiv werden muss.
Freiheit, das will das Bündnis auch mit diesem Demokratiefest so kurz vor dem 3. Oktober, dem 20. Jahrestag der Demokratie in ganz Deutschland, nach außen tragen, kann viel sein. „Freiheit ist....“ zum Beispiel Reden und Handeln oder Grenzen einreißen zu können. Aber auch die Qual der Wahl und, ja anstrengend ist Freiheit natürlich auch. Dass es trotzdem der einzige Weg zu mehr Demokratie ist, daran wird das Bündnis auch noch mit anderen gemeinsam geplanten Aktionen appellieren. Und dass es Toleranz ist, die das alles möglich macht, das haben sie alle schon in diesem einen Jahr am runden Tisch bewiesen.

ein Beitrag von Juliane Voigt


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